Studienabbruch

Studienabbruch - und was dann? Nicht immer verläuft der eigene Ausbildungsweg so, wie man sich das vorgestellt hat. Es gibt etliche Gründe, die zu einem Studienabbruch führen können - und wohl die wenigsten Menschen werden diesen Schritt leichtfertig und aus einer Laune heraus gehen. Schließlich gibt es so viele Faktoren, die es jetzt zu bedenken gilt: Von ganz pragmatischen Überlegungen zum Versicherungsschutz als Ex-Student bis hin zu der Frage, wie es beruflich weitergeht. Permanente Überforderung mit dem Studienfach ist eine ebenso legitime Ursache für den Studienabbruch wie familiär belastende Situationen, beispielsweise die Pflege eines Angehörigen oder die unerwartete Geburt eines Kindes.

Wobei man gerade hier differenzieren sollte: Glücklicher Weise kennt das deutsche Hochschulsystem zahlreiche Auswege für Studierende, die sich aktuell in einer schwierigen Lage befinden. So besteht grundsätzlich die Möglichkeit, ein Urlaubssemester zu beantragen, um hier wieder zu sich zu finden und den weiteren Lebensweg zu überdenken. Auch kann ein solches Urlaubssemester helfen, die eigenen Wünsche und Vorstellungen vom Studium noch einmal auf den Prüfstand zu stellen - um dann eventuell mit einem Fachwechsel neu durchzustarten. Der Versicherungsstatus bleibt hierbei übrigens erhalten, ganz im Gegensatz zum richtigen Studienabbruch. Bei unerwarteter oder geplanter Schwangerschaft gibt es inzwischen zahlreiche Anlaufstellen, die helfen, Studium und Kind unter einen Hut zu bekommen. Sollte das nicht funktionieren, so gibt es auch hier diverse Möglichkeiten vom Härtefallantrag bis eventuell sogar zum Teilzeitstudium, das je nach Hochschule zum Beispiel für werdende Mütter beantragt werden kann.

Man sieht also: Es gibt jede Menge Möglichkeiten, dem direkten Studienabbruch erst einmal zu entgehen. Nicht immer ist ein radikaler Schritt die richtige Lösung. In jedem Fall sollte man zuvor ein Gespräch mit guten Freunden, ideal natürlich auch mit den Eltern, aber auch mit den Beratungsstellen der Hochschule führen. Oft genug hilft schon ein Perspektivwechsel, die als verfahren wahrgenommene Situation doch wieder zu meistern. Und wer sich trotzdem für einen Studienabbruch entscheidet, der sollte in aller Ruhe schon vor dem entscheidenden Schritt die nötigen Weichen stellen und sich über seine individuellen Möglichkeiten informieren - also zum Beispiel ein Work&Travel-Jahr, ein Fernstudium oder eine Ausbildung ins Visier nehmen.